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Muskelfunktionstest

Bei dem Muskelfunktionstest werden die Hauptmuskelgruppen auf Funktion, Kraft und Flexibilität (Dehnfähigkeit) überprüft. Diese dienen zur Bestimmung der Leistungsfähigkeit der getesteten Körperteile.

Das ausgewogene Verhältnis von Kraft und Dehnfähigkeit ist einerseits die Voraussetzung für die aufrechte Körperhaltung, andererseits ist damit eine entsprechende Stabilität zum Schutz der Wirbelsäule gegeben.

Darüber hinaus können einseitige Verkürzungen der Muskulatur festgestellt werden. Muskuläre Dysbalancen beeinträchtigen die sportliche Leistungsfähigkeit negativ und sind ein zusätzliches Verletzungsrisiko. Der Muskelfunktionstest ist einfach in der Ausführung, so dass jede Person ihn machen kann und beansprucht auch nur kurze Zeit.

 

Der Muskelfunktionstest nach Vladimir Janda ist eine Untersuchungsmethode, die über die Kraft einzelner Muskeln oder Muskelgruppen, die eine funktionelle Einheit bilden, und über das Ausmaß von Läsionen peripherer motorischer Nerven Auskunft gibt. Sie ermöglicht außerdem die Analyse einfacher motorischer Stereotype, bildet die Grundlage für die analytisch vorgehende Physiotherapie und ist zugleich Hilfsmittel zur Bestimmung der Leistungsfähigkeit eines getesteten Körperteils. Janda geht bei seinem Muskelfunktionstest davon aus, dass stets eine gewisse Muskelkraft erforderlich ist, um ein Körperteil durch den Raum zu bewegen. Grundsätzlich können folgende Stufen der Muskelkraft unterschieden werden:

Die Muskulatur ist imstande, einen der Bewegung von außen entgegengesetzten Widerstand zu überwinden.
Die Muskulatur kann nur noch die Schwerkraft überwinden.
Die Muskulatur kann Körperteile nur noch unter Ausschluss der Schwerkraft überwinden.
Es kommt nur eine Muskelanspannung zustande, eine Bewegung bleibt dagegen aus.

Der Muskelfunktionstest ist eine analytische Methode. Sie dient grundsätzlich nur der Kraftbestimmung einzelner Muskelgruppen, jedoch ist sie auch eine Untersuchung bestimmter, genau definierter, verhältnismäßig einfacher motorischer Stereotype.

Bewertungsstufen

Janda beschreibt die Muskelkraft mittels sechs Grundstufen. Jeder Grundstufe ist ein spezieller Prozentwert der maximalen Muskelleistungsfähigkeit zugeordnet:

Stufe 5: N (normal) Volle, normale Muskelkraft (100 % der Norm), normal kräftiger Muskel bedeutet nicht, dass der Muskel in allen Funktionen normal ist (z. B. Ermüdbarkeit).
Stufe 4: G (good) Circa 75 % der normalen Muskelkraft, d.h. mittelgroßer Widerstand kann in vollem Bewegungsausmaß überwunden werden.
Stufe 3: F (fair) Circa 50 % der normalen Muskelkraft, d.h. Bewegung kann gegen die Schwerkraft in vollem Bewegungsmaß ausgeführt werden.
Stufe 2: P (poor) Circa 25 % der normalen Muskelkraft, d.h. Ausführung der Bewegung in vollem Bewegungsausmaß möglich, jedoch nicht gegen die Schwerkraft.
Stufe 1: T (trace) Spur einer Anspannung; circa 10 % der normalen Muskelkraft.
Stufe 0: Z (zero) Beim Bewegungsversuch keine Muskelkontraktion möglich.

 

Beispielübungen zum Test der Muskelfunktion und Verkürzung
Muskelfunktion

Streckung des Hüftgelenkes

Ausgangsstellung: Bauchlage, kleines Kissen unter dem Bauch, Kopf liegt auf der Stirn, Arme längs neben dem Körper, Beine in Grundstellung, Fußspitzen ragen über den Bankrand.

Stufe 5:
Fixation: mit Finger und Hand wird das Becken auf der zu testenden Seite fixiert, während der Daumen den Trochanter major (großer Rollhügel, oberes Ende des Oberschenkelhalses) betastet.
Bewegung: Hyperextension des Beines im Hüftgelenk von 10-15° hinter die Frontalebene.
Widerstand: mit Hand am unteren Drittel der hinteren Oberschenkelmuskulatur: bogenförmig gegen die Bewegungsrichtung
Stufe 4:
Fixation: mit Finger wird der Trochanter major betastet
Bewegung: Hyperextension des Beines im Hüftgelenk von 10-15° hinter die Frontalebene.
Widerstand: keiner
Stufe 3: Seitlage auf dem zu testenden Bein, oberes Bein wird vom Tester in Abduktion gehalten
Fixation: Festhalten des Beckens am Darmbeinkamm
Bewegung: Hyperextension im Hüftgelenk aus der Nullstellung (10-15°)

Verkürzung

Dehnfähigkeit der Musculus pectoralis major (PMA/ PMS/ PMC)

Ausgangsstellung: Rückenlage am Bankrand auf der zu untersuchenden Seite. Beine gebeugt, Fußsohlen auf der Bank abgestützt. Arme entspannt neben dem Körper, Kopf in Mittelstellung.

Stufe 5: Arm sinkt bis zur Horizontalen ab. Bei Druck vergrößert sich das Bewegungsausmaß
Stufe 4: Arm erreicht die Horizontale nicht von allein, sondern nur unter Druck von oben.
Stufe 3: Arm bleibt selbst mit Druck über der Horizontalen.

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